Erster Umweltpreis der Wirtschaft geht an ecoRobotix

Luzern - Die Schweizerische Umweltstiftung hat den ersten Umweltpreis der Wirtschaft an die Waadtländer ecoRobotix verliehen. Künftig soll der Preis in Partnerschaft mit dem Swiss Economic Forum, einer Tochter der NZZ Mediengruppe, im Rahmen einer neuen Plattform verliehen werden.

Der Bauernsohn Steve Tanner musste einst zusehen, wie seine Mitschüler nachmittags frei hatten, während er auf den Feldern seines Vaters aushalf. So studierte er Robotik und gründete später zusammen mit Aurélien Demaurex – Hintergrund Banker – ecoRobotix. Das Jungunternehmen aus Yverdon entwickelt einen Roboter, der auf dem Feld selbständig Unkraut entdeckt und mit Unkrautvernichtungsmitteln behandelt. Der doppelte Vorteil: Es braucht weniger davon, und es berührt nicht die Kulturpflanzen – und kommt daher nicht in die Nahrungs- oder Futtermittel.

Aurélien Demaurex konnte am Dienstag auf der MS Diamant auf dem Vierwaldstättersee für ecoRobotix den erstmals vergebenen Umweltpreis der Wirtschaft in Empfang nehmen. Der zunächst mit 20.000 Franken dotierte Preis wird von der Schweizerischen Umweltstiftung vergeben. „Dieser Preis zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, wird Demaurex in einer Mitteilung der Umweltstiftung zitiert. „Er beflügelt uns, die Technik für die Umwelt einzusetzen.“ Die Vision der beiden Gründer: Bereits in zehn Jahren arbeiten Roboter auf allen Feldern, während die Bauern sich damit beschäftigen, sie richtig einzusetzen.

In das Finale des Preises hatten es auch Bühler Insect Technology Solutions und Carbon Delta geschafft. Die Tochter des Uzwiler Mühlenbauers Bühler baut Anlagen für die industrielle Aufzucht und Verarbeitung von Insekten für die Tiernahrung. Das Zürcher Fintech-Unternehmen hilft mit seiner Software institutionellen Anlegern, den CO2-Fussabdruck und das Klimarisiko ihrer Anlagen zu bewerten.

Künftig soll der Umweltpreis der Wirtschaft in Partnerschaft mit Swiss Economic Forum vergeben werden. Die Tochtergesellschaft der NZZ Mediengruppe lanciert dafür eine neue Plattform, das Circular Economy Forum. Neben der Hauptveranstaltung, an welcher der Preis verliehen wird, sollen kleinere Veranstaltungen das Thema Kreislaufwirtschaft auch in die Regionen tragen, erläuterte Dominik Isler, CEO des Swiss Economic Forum. „Wir engagieren uns, weil die Zukunft der Wirtschaft nachhaltig sein wird“, so Isler. 

Die Auswahl der künftigen Preisträger wird dabei von Go for Impact vorgenommen. Dem im Februar gegründeten Verein gehören das Bundesamt für Umwelt, economiesuisse, öbu, PUSCH, scienceindustries, Swissmem, Swiss Textiles und der WWF an. Wie Kurt Lanz, Präsident des Vereins und Geschäftsleitungsmitglied von economiesuisse, erläuterte, werden die Kandidaten jeweils durch die Partner des Vereins nominiert. Die Endauswahl werde dann durch eine Jury vorgenommen. Der Preis wird künftig mit 30.000 Franken dotiert sein. stk

Zurück zur Übersicht