Die Digitalisierung ermöglicht Städten mehr Selbstorganisation. Zürich hat hierfür beste Voraussetzungen, sagten Experten im Rahmen des Neujahrsanlasses der Zürcher Handelskammer und des Verbands Zürcher Handelsfirmen.

Eigenverantwortung ist laut ZHK-Direktorin Regine Sauter einer der Werte, die Zürich vorangebracht haben. Dabei hätten liberale Rahmenbedingungen stets ermöglicht, Regeln und Grenzen zu diskutieren, sagte sie am Neujahrsanlass 2018, den die Zürcher Handelskammer (ZHK) erstmals gemeinsam mit dem Verband Zürcher Handelsfirmen (VZH) ausrichtete. Diese Freiheit ist Grundvoraussetzung für eine sogenannte Smart City. Die Diskussionsteilnehmer waren optimistisch, dass ihre Vision einer Stadt der Zukunft Realität wird. Der Verkehr war dabei Schlüsselthema – sinnbildlich dafür, wie dezentrale Selbstorganisation funktionieren kann.

Mehr Mut zu Experimenten forderte Dirk Helbing, an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich Professor of Computational Social Science. Der öffentliche Verkehr und selbstfahrende Ruftaxis würden bald eine Gemeinschaft bilden. Datenpools ermöglichten individualisierte Services. „Wir müssen uns bewegen – schon weil 80 Prozent der Treibhausgasemissionen in Städten anfällt“, so Helbing. Dabei ist seine Vision eine sich selbst organisierende Stadt, die mithilfe der Digitalisierung jeden Bürger mit seinen Bedürfnissen berücksichtigt.

Gerade bei einer funktionierenden Infrastruktur sei der Weg frei für Zukunftsmodelle, die mit der Bevölkerung entwickelt werden, sagte Karin Tausz, bei der SBB Leiterin des Programms Autonomous Vehicles. „Zürich hat für partizipative Stadtentwicklung eine sehr gute Ausgangsposition“, so Tausz. Denn es zähle neben technischer auch soziale Innovation. Selbst wenn die SBB Mobilitätsanbieterin, Immobilienbesitzerin und –entwicklerin in einem sei: „Einzelne Unternehmen werden die Umwälzungen nicht stemmen – es geht um Kooperationen“, so Tausz. yvh

Die Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier.

09.01.2018 | 367 Aufrufe