Zusammen mit rund 130 Gästen aus Politik und Wirtschaft ist die Zürcher Handelskammer im Rahmen ihres New Year’s Get Together* mit Schwung ins neue Jahr gestartet und hat dabei auch gleich thematisch Schwerpunkte gesetzt. Antworten auf unsere Frage, was es ausmacht, dass Zürich in den Rankings, welche die Innovationsfähigkeit messen, immer an vorderster Stelle steht, kamen aus berufenem Mund: Von der Teamchefin des Sauber F1 Teams, Monisha Kaltenborn, und dem Direktor der EMPA, Prof. Dr. Gian-Luca Bona. Innovationsfähigkeit kann nicht dem Zufall überlassen werden, es braucht deren aktives Management und den Willen, nicht stehen zu bleiben.

Zusammengefasst spielen dabei folgende Voraussetzungen eine Rolle: Vielfalt, Offenheit, die Fähigkeit zum Austausch und Experimentierfreudigkeit. Dass in Hinwil im doch recht ländlichen Zürcher Oberland Forschung möglich ist, die in ihrem Bereich an der Weltspitze mithalten kann, liegt unter anderem daran, dass mit in einem Nischensegment ausgebildeten ausländischen Ingenieuren geforscht, mit Schweizer Mitarbeitenden umgesetzt und durch ein Management geführt werden kann, welches auch bereit ist, Wagnisse einzugehen. Gerade der Mut, auch einmal scheitern zu können, ist ja nicht per se ein Wert der Schweizer, welche eher auf Sicherheit und Vorhersehbarkeit vertrauen. Es braucht aber diese Experimentierfreudigkeit, das «mal schauen, ob es funktioniert», mit der klaren Absicht, damit Erfolg zu haben, aber auch der Bereitschaft, die gewonnenen Erkenntnisse laufend dafür zu nutzen, Prozesse oder das Produkt noch weiter zu verbessern.

Letztlich sind Innovationen aber nur möglich in einem inspirierenden Umfeld, einem Umfeld, das auch anderen als intellektuellen Bedürfnissen Nahrung bietet. Die ausländischen Top-Forscher sind auch deshalb gerne hier, weil unsere Lebensqualität so hoch ist. Wenn Zürich nun also auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes Dübendorf einen Innovationspark plant, dann stehen die Vorzeichen gut, dass daraus etwas wird, das der Innovationsfähigkeit unserer Region noch zusätzliche Impulse verleihen wird.

Kommentar von Regine Sauter, 31. Januar 2014

02.04.2014 | 7314 Aufrufe