Eine Gruppe von Weltverbesserern lancierte 2011 die Initiative mit dem Titel «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» kurz Ecopop-Initiative. Herausgekommen ist eine absurde Mischung aus grünen Anliegen, Entwicklungshilfe und Fremdenfeindlichkeit. Nachdem bereits die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative für die Schweiz grosse Probleme bringt, würde die Ecopop-Initiative unser Land definitiv ins Abseits manövrieren: bilaterale Verträge müssten umgehend gekündigt werden, und die jährliche Zuwanderung in die Schweiz dürfte sich gerade mal noch auf 16‘000 Personen belaufen – Asylsuchende und zurückkehrende Auslandschweizer inbegriffen.

Für eine Volkswirtschaft, die derart international verflochten ist wie die schweizerische wäre dies eine Katastrophe. Die Schweiz ist keine Insel, deren Glück darauf beruhen würde, dass die hier Anwesenden möglichst wenig Ressourcen verbrauchen, wie uns das die Initianten glauben lassen wollen. Unser Wohlstand hängt vielmehr in hohem Masse davon ab, dass es seit der Gründung unseres Bundesstaates immer wieder möglich war, sich weiterzuentwickeln. Dieser Fortschritt war dabei zu einem grossen Teil auch neuen Impulsen von aussen zu verdanken: Zuwanderern aus den umliegenden Ländern, welche hier tatkräftig an wichtigen Projekten mitwirkten oder neue Unternehmen gründeten. Dies ist heute nicht anders. Die Schweiz zählt zu den innovativsten Ländern der Welt, und sie hat die Wirtschaftskrise bis anhin so gut gemeistert wie kaum ein anderes Land. Dies war auch deshalb möglich, weil hervorragend qualifizierte ausländische Fachkräfte der Schweizer Wirtschaft ihr Wissen zur Verfügung stellen.

Die Antwort, weshalb es der Umwelt besser gehen sollte, wenn ein Deutscher, eine Schwedin, oder jemand aus Frankreich in seinem Heimatland zu viele Ressourcen verbraucht statt in der Schweiz, bleiben die Initianten schuldig. Ebenso jene darauf, weshalb 200 Mio. Franken besser für Kondome als für die Umsetzung sinnvoller Entwicklungshilfeprojekte wie den Bau von Bildungseinrichtungen oder die Gesundheitsversorgung ausgegeben werden sollen. Wir wollen – ehrlich gesagt – auch gar keine Antwort auf diese Fragen. Fakt ist, dass die Initiative schädlich ist für die Schweiz und untauglich, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Es gilt, sie am 30. November mit aller Deutlichkeit abzulehnen.

Kommentar von Regine Sauter, 30. September 2014

30.09.2014 | 3269 Aufrufe