Unser Wirtschaftsstandort ist attraktiv, doch das ist keine Selbstverständlichkeit. Man muss ihn pflegen und dazu Sorge tragen. Verschiedene Faktoren entscheiden darüber, ob ein Standort als für die Wirtschaft attraktiv beurteilt wird, oder nicht: Politische Stabilität und Rechtssicherheit gehören dazu, ein gemässigtes Steuerniveau, gute Bildungs- und Forschungseinrichtungen und «last but noch least» eine funktionierende Infrastruktur. Dazu zählt auch ein Flughafen, und zwar einer, der eine interkontinentale Anbindung gewährleistet.

In der globalisierten Wirtschaft sind Kunden und Märkte, Produktionsstandorte und Fachkräfte über die ganze Welt verteilt. Sowohl kleine Unternehmen als auch Grosskonzerne sind auf zeitsparende Direktflüge angewiesen, wenn sie konkurrenzfähig bleiben wollen, und Produkte müssen auf schnellstem Weg zu Kunden gebracht werden. Gerade für eine Exportnation wie die Schweiz stellt eine optimale Anbindung eine notwendige Voraussetzung für ihre zukünftige Entwicklung dar. «Erreichbarkeit» ist in der immer stärker international vernetzten Wirtschaft zu einem Hauptstandortvorteil geworden. All dies gewährleistet ein interkontinentaler Flughafen.

Der Flughafen Zürich ist mithin eines der grössten «Assets» unseres Standortes. Damit er diese Funktion auch in Zukunft behalten kann, muss er anpassungsfähig bleiben und auf neue Gegebenheiten reagieren können. Politisch ist dies allerdings umstritten, und es gibt Kreise, die der Meinung sein, Zürich brauche keinen interkontinentalen Hub. Es ist legitim, diese Diskussion zu führen; damit verbundene Entscheidungen müssen aber in einem grösseren Kontext und im Wissen um die damit verbundenen Konsequenzen gefällt werden können.

Das heisst: auch das Zürcher Volk muss hier mitreden und -entscheiden können. Diese Möglichkeit, über die Fragen der Entwicklung des Flughafens mitentscheiden zu können, ist für die Stimmbevölkerung heute nicht in jedem Fall gegeben. Mit der Anfang Oktober lancierten Initiative soll dies gewährleistet und damit sichergestellt werden, dass die Bevölkerung involviert ist, wenn es darum geht, die Weichen für unseren Wirtschaftsstandort in die eine oder andere Richtung zu stellen.

Kommentar von Regine Sauter, 31. Oktober 2014

31.10.2014 | 4145 Aufrufe