Den Betrieb von Kernkraftwerken durch die Verfassung verbieten und die bestehenden Schweizer AKW vorzeitig vom Netz nehmen: Das sind die Forderungen der Atomausstiegsinitiative der Grünen. Dieses überhastete und neben der «Energiestrategie 2050» überflüssige Vorhaben wird von der ZHK abgelehnt.

Die Atomausstiegsinitiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» wurde nach dem Atomunfall in Fukushima 2011 von den Grünen lanciert. Neben einem Betriebsverbot für AKW werden maximale Laufzeiten von 45 Jahren für bestehende AKW (ab deren Inbetriebnahme) gefordert. Darüber hinaus soll eine Energiewende stattfinden, die auf Einsparungen, Energieeffizienz und dem Ausbau erneuerbarer Energien basiert. Mit Ausnahme der maximalen Laufzeiten deckt sich die Initiative somit mit der «Energiestrategie 2050» des Bundesrates, dessen erstes Massnahmenpaket das Parlament in der aktuellen Herbstsession zu Ende beraten hat. Bei einer Annahme der Initiative müssten die Reaktoren in Beznau und Mühleberg bereits 2017 abgeschaltet werden. Gösgen und Leibstadt würden 2024 bzw. 2029 folgen. Aus Sicht der Wirtschaft ist eine günstige und sichere Stromversorgung ein wesentlicher Standortfaktor. Als fester Bestandteil des heutigen Schweizer Strommixes ist die Kernkraft ein verlässlicher Energielieferant, der im Gegensatz zum «Flatterstrom» aus Wind- und Solarenergie die Stabilität der Netze gewährleistet. Gerade im Hinblick auf eine nachhaltige Energiewende ist es utopisch, 40% der schweizerischen Stromversorgung innerhalb von zehn Jahren zu ersetzen. Eine nötige Konsequenz wäre der Import von «schmutzigem» Strom aus dem Ausland. Zudem wäre ein erzwungener plötzlicher Atomausstieg ein weiterer empfindlicher Eingriff in den teilliberalisierten Strommarkt. Es muss den Betreibergesellschaften (sowie den Sicherheitsbefunden der Aufsichtsbehörde Ensi) überlassen werden, wie lange die AKW am Netz bleiben. Während Mühleberg bereits 2019 stillgelegt werden soll, hat die AKW-Betreiberin Axpo in den letzten Jahren viel in die Sicherheit ihrer Atomkraftwerke investiert.

Die Wirtschaft ist auf eine zuverlässige und günstige Stromversorgung angewiesen. Dies wird bei einem unüberlegt raschen Ausstieg aus der Atomenergie aufs Spiel gesetzt. Um Versorgungsengpässe, Import von «schmutzigem» ausländischem Strom sowie eine Schwächung des Strommarkts zu vermeiden, ist die Initiative dringend abzulehnen.

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27.10.2016 | 7390 Aufrufe