Das Engagement für Sportanlässe gehört nicht zur Kernkompetenz der ZHK. Aber auch wir freuen uns selbstverständlich über die Siege von FCZ und ZSC, denn auch eine lebhafte Spitzensportszene trägt zu einem attraktiven Standort bei. Wenn wir uns hier deutlich gegen ein Werbeverbot an Sportveranstaltungen aussprechen, dann nicht aus Begeisterung für den Sport, sondern gerade deshalb, weil uns dieser Standort am Herzen liegt: Solche Verbote haben in einer liberalen Wirtschaftsordnung nichts verloren - und dafür zu sorgen, dass dies so bleibt, das erachten wir als unsere Kernkompetenz.

Die Initiative, die am 18. Mai zur Abstimmung gelangt, will Werbung für alkoholische Getränke an Sportveranstaltungen mit der Begründung verbieten, die Zuschauerinnen und Zuschauer, insbesondere Jugendliche, würden dadurch zum Trinken verleitet. Man mag argumentieren, dass es im vorliegenden Fall um eine relativ bescheidene neue Regulierung geht, die zudem aus Gründen des Jugendschutzes gerechtfertigt sei.

Zum einen ist dies aus grundsätzlichen Überlegungen falsch, zum anderen aber auch im konkreten Fall. Grundsätzlich stellen wir heute eine Tendenz fest, alles und überall regulieren und verbieten zu wollen. Dem gilt es, sich klar zu widersetzen. Im Konkreten ist das Anliegen deshalb falsch, weil es den Bürgerinnen und Bürgern keine eigenständige Urteilskraft zutraut und sie als schwach und der Werbung komplett verfallen ansieht.

Die Eishockeyanerinnen und Eishockeyaner spielen nicht besser oder schlechter ohne oder mit Logo eines Bierbrauers auf der Hose. Aber ohne die entsprechenden Sponsoringeinnahmen fehlen ihrem Club die nötigen Mittel für Investitionen in der nächsten Saison. Die Zuschauerinnen und Zuschauer verstehen das, und wenn sie in der Pause gerne mit einem Bier auf den Erfolg ihrer Mannschaft anstossen, dann nicht deshalb, weil sie dazu durch die Werbung verführt worden wären.

«Drink less – play better»! Dagegen gibt es gar nichts einzuwenden. Aber: Sportlerinnen und Sportler wissen das selber am besten. Es braucht kein Werbeverbot für alkoholische Getränke, um sie davon zu überzeugen. Das Gleiche gilt auch für sportliche und faire Zuschauerinnen und Zuschauer.

Kommentar von Regine Sauter, 29. April 2014

 

29.04.2014 | 2768 Aufrufe